Leider gibt es regelmäßig Berichte in den Medien, dass Hunde plötzlich und ohne ersichtlichen Grund Familienmitglieder angegriffen und schwer verletzt haben, wobei die Schilderungen darüber meist sehr ähnlich sind; ein netter und umgänglicher Hund, der bisher völlig unauffällig war, beißt plötzlich und scheinbar aus nichtigem Grund fest zu. Natürlich machen das Hunde nicht grundlos und der Biss hat eine Vorgeschichte, die meist recht unauffällig beginnt. Dazu muss man folgendes wissen:

  1. Hunde sind keine Affen, sie wollen nicht ständig umarmt, betatscht und hochgehoben werden.
  2. Hunde wollen keinen Streit und kommunizieren das auch. Wir müssen nur darauf achten.

Kommt ein Hund in eine für ihn unangenehme Situation, zeigt er zunächst Unsicherheit und versucht zu beschwichtigen um zu zeigen, dass er nett und harmlos ist und es keinen Grund gibt, ihn „schlecht“ zu behandeln. Er legt die Ohren an und wendet den Blick ab. Manche fahren sich dabei mit der Zunge ums Maul, andere zwinkern mit den Augen. Praktisch alle Hunde werden auch versuchen, der unangenehmen Situation zu entkommen (Flight). Können sie nicht entkommen, versuchen manche zu „flirten“, indem sie kindisch herumalbern, in die Leine oder noch spielerisch in die Hand beissen, alles mit dem Zweck zu zeigen, dass man ja klein und nett ist.

Missachtet sein Mensch regelmäßig diese Signale, hat der Hund nur noch zwei Möglichkeiten:

  1. Resignation, dabei duckt er sich weg und erstarrt. Leider wird das allzuoft als Einverständnis interpretiert, was zu der sogenannten erlernten Hilflosigkeit führt. Die Hunde fügen sich in ihr Schicksal, sind dabei aber totunglücklich.
  2. Drohen und wenn auch das nicht beachtet wird, kämpfen (Fight). Das Dohen ist dabei eigentlich völlig unmissverständlich – Knurren, Zähnefletschen, in die Luft Schnappen etc.. Missachtet man das, folgt fast unweigerlich ein tief gehender Biss!

Völlig dumm wäre es, nach einer Dohung mit Dominanz-Spielchen zu beginnen, der Hund will ja nicht dominieren, sondern in Ruhe gelassen werden. Wie das unter Hunden funktioniert, sieht man unten:

 

Der kleinere Hund fühlt sich vom großen bedrängt und droht ihm. Nachdem er sich abwendet ist die Situation augenblicklich entspannt und beide Hund gehen ihrer Wege – es gibt keinen Gewinner oder Verlierer, es wurde lediglich klargestellt, was geht und was nicht.

Daher zwei einfache Regeln, um häusliche Hundebisse zu vermeiden:

  • Wenn ihr eure Hunde umarmt oder hochhebt, und mache wissen das durchaus zu schätzen, achtet auf ihre Signale und laßt sie weggehen, wann immer sie wollen.
  • Drohungen immer ernstnehmen und am besten zunächst einen Schritt zurück.

Weitere Informationen gibt es bei unserem Seminar „Hundeerziehung leicht gemacht“ und bei unseren Kursen.

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