Als Hundehalter unterliegt man in Österreich, ähnlich wie auch als Autofahrer, einer Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen und Verstöße dagegen können zivilrechtliche, verwaltungsrechtliche und auch strafrechtliche Folgen haben. Dazu gehören das bundesweit geltende Tierschutzgesetz, diverse Landesgesetze und -verordnungen, zu denen auch das Jagdrecht zählt und nicht zuletzt Gemeindeverodnungen, die etwa die Leinen- und Maulkorbpflicht regeln können.

Das österreichische Tierschutzgesetz

Das bundesweit geltende Tierschutzgesetz (TSchG) ist sozusagen die Mutter aller diesbezüglichen Gesetze und Verordnungen mit folgender Zielsetzung: „Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf. Darin spiegelt sich der Wunsch des Gesetzgebers wieder, Tiere nicht mehr als Sache zu betrachten sondern als Mitgeschöpfe, die deren HalterInnen besondere Pflichten auferlegen.

Dazu zählt vor allem das Verbot der Tierquälerei in jeder Form, und die kann bereits mit dem Erwerb eines Hundes beginnen. Es ist nämlich verboten Hunde aus Qualzuchten zu erwerben (z.B. solche mit Atemnot durch zu kurze Schnauzen, Haarlosigkeit, Glubschaugen etc.) und auch Hunde, denen die Ohren oder Schwänze kupiert wurden. Auch dürfen Welpen erst ab dem Alter von 8 Wochen von der Mutter getrennt werden.

Tiere dürfen auch nicht auf öffentlichen Plätzen sowie im Herumziehen verkauft werden, das betrifft v.a. sogenannte Kofferraumverkäufe.

Wurde ein Hund erworben, muss er gechipt und registriert werden.

Bei der Erziehung und Haltung ist alles verboten, was dem Hund Schmerz, Leid oder große Angst zufügt. Dazu zählen auch Hilfmittel wie Stachel- oder Korallenhalsbänder oder Halsbänder, die elektrische Schläge austeilen oder chemische Stoffe freisetzen.
Verboten sind auch Doping, Hunde auf andere Tiere zu hetzen und Sodomie.
Bei der Haltung dürfen Hunde nicht an einer Kette oder sonstwie angebunden gehalten werden und müssen mindestens einmal täglich ausreichend Auslauf und mehrmals täglich Gelegenheit zum Kot- und Harnabsetzen haben.
Die dauernde Zwingerhaltung ist verboten und Zwinger gewisse Mindeststandards erfüllen.
Hunde müssen jederzeit Zugang zu Wasser haben und ausreichend gefüttert werden. Auch sind Hunde regelmäßig zu pflegen und für ihre Gesundheit ist Sorge zu tragen.
Hunde dürfen nicht ausgesetzt oder ohne vernünftigen Grund getötet werden. Wenn notwendig, muss das Töten durch einen Tierarzt erfolgen.

Verstöße gegen das Tierschutzgesetzt sind Verwaltungsübertretungen und werden mit Strafen von bis zu 7.500 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 15.000 Euro geahndet. Weiters kann die Behörde ein Tierhaltungsverbot auferlegen und ein Tier einziehen. Zuständig für den Vollzug sind die Veterinärdienste und Amtstierärzte in den Bezirkshauptmannschaften bzw. in Wien die MA 60. Dort könnt ihr (auch anonym) Verstöße gegen das Tierschutzgesetz anzeigen.

Daneben hat jedes Bundesland eine Tierschutzombudsperson, deren Aufgabe es ist, die Interessen des Tierschutzes gegenüber Behörden zu vertreten. Sie kann Akteneinsicht einfordern, Rechtsmittel gegen Bescheide einbringen und unterliegt keiner Weisung. Wenn ihr findet, dass eine Behörde nicht im Sinne des Tierschutzes gehandelt hat, ist die Tierombudsperson eures Bundeslandes euer Ansprechpartner.

Die wichtigsten Paragraphen des Tierschutzgesetzes sind:

§5 Verbot der Tierquälerei, wonach es verboten ist, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen. Das Gesetz versteht darunter nicht blos das Schlagen, Hungernlassen oder die Vernachlässigen von Tieren, sondern auch

  • die Züchtung, den Import, den Erwerb, die Weitergabe oder Ausstellung von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen (z.B. Atemnot durch zu kurze Schnauzen, Haarlosigkeit, Glubschaugen etc.).
  • Steigerung der Aggessivität und Kampfbereitschaft
  • alle Hilfsmittel, die darauf abzielen, das Verhalten durch Härte und Strafe zu beeinflussen (z.B. Korallenhalsbänder)
  • Tierhetze
  • Tierdoping
  • Aussetzen eines Haustieres
  • Sodomie

§6 Verbot der Tötung Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten und es ist verboten Hunde und Katzen zur Gewinnung von Nahrung oder anderen Produkten zu töten. Das Töten von Hunden und Katzen darf nur durch Tierärzte erfolgen.

§8 Verbot von Eingriffen Dieses Verbot betrifft vor allem das Kupieren des Schwanzes und der Ohren sowie das Durchtrennen der Stimmbänder und das Entfernen der Krallen.

§ 8a Das Feilbieten und das Verkaufen von Tieren auf öffentlich zugänglichen Plätzen, soweit dies nicht im Rahmen von bewilligten Veranstaltungen erfolgt, sowie das Feilbieten von Tieren im Umherziehen sind verboten.

§15 Versorgung bei Krankheit und Verletzung. Bei Krankheit oder Verletzung müssen Tiere unverzüglich und ordnungsgemäß versorgt werden.

§16 Bewegungsfreiheit Hunde dürfen keinesfalls, auch nicht vorübergehend, an der Kette oder in sonst einem angebundenen Zustand gehalten werden. Jedenfalls nicht als Anbindehaltung gilt das Führen von Hunden an der Leine, das Anbinden im Rahmen von rechtskonformen Hundeausbildungsmaßnahmen, Katastropheneinsätzen oder Einsätzen als Dienst-, Assistenz- oder Therapiehund sowie das kurzfristige Anbinden von mitgeführten Hunden vor Plätzen oder Gebäuden, die mit Hunden nicht betreten werden dürfen.

§24 geregelt durch die Tierhaltungsverordnung

  • Hunde müssenmindestens einmal täglich Auslauf haben.
  • Hunden muss mehrmals täglich die Möglichkeit zu Kot- und Harnabsatz im Freien ermöglicht werden.
  • Hunden muss mindestens zwei Mal täglich Sozialkontakt mit Menschen gewährt werden.
  • Welpen dürfen erst ab einem Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.
  • Maulkörbe müssen der Größe und Kopfform des Hundes angepasst und luftdurchlässig sein, sie müssen dem Hund das Hecheln und die Wasseraufnahme ermöglichen.
  • Wer einen Hund im Freien hält, hat dafür zu sorgen, dass dem Hund eine Schutzhütte zur Verfügung steht und außerhalb der Schutzhütte zusätzlich ein witterungsgeschützter, schattiger, wärmegedämmter Liegeplatz zur Verfügung steht.
  • Die dauernde Zwingerhaltung ist verboten. Hunden ist mindestens ein Mal täglich entsprechend ihrem Bewegungsbedürfnis die Möglichkeit zu geben, sich außerhalb des Zwingers zu bewegen. Jeder Zwinger muss über eine uneingeschränkt benutzbare Zwingerfläche von 15 m2 verfügen. In diese Fläche ist der Platzbedarf für die Hundehütte nicht eingerechnet. Für jeden weiteren Hund sowie für jede Hündin mit Welpen bis zu einem Alter von acht Wochen muss eine zusätzliche uneingeschränkt benutzbare Grundfläche von 5 m2 zur Verfügung stehen.
  • Der Halter hat dafür zu sorgen, dass dem Hund in seinem gewohnten Aufenthaltsbereich jederzeit Wasser in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht.
  • Der Halter hat den Hund mit geeignetem Futter in ausreichender Menge und Qualität zu versorgen.
  • Der Halter hat dafür zu sorgen, dass dem Hund in seinem gewohnten Aufenthaltsbereich jederzeit Wasser in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht.
  • Der Halter hat den Hund mit geeignetem Futter in ausreichender Menge und Qualität zu versorgen.
  • Der Halter hat den Hund unter Berücksichtigung der Rasse regelmäßig zu pflegen und für seine Gesundheit Sorge zu tragen.

§24a Kennzeichnung und Registrierung von Hunden Ab einem Alter von drei Monaten oder wenn sie importiert werden sind alle Hunde mit einem elekronischen Chip zu versehen und die Daten über ein elektronisches Portal an die Heimtierdatenbank des Bundes zu melden.

§33 Vollziehung Der Vollzug erfolgt durch die Bezirksverwaltungsbehörde.

§38 Strafbestimmungen Verstöße gegen das Tierschutzgesetzt sind Verwaltungsübertretungen und werden mit Strafen von bis zu 7.500 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 15.000 Euro bestraft. Weiters kann die Behörde ein Tierhaltungsverbot auferlegen und das Tier einziehen.

§41 Tierschutzombudsperson  jedes Land hat Tierschutzombudsperson zu bestellen, die/der die Aufgabe hat, die Interessen des Tierschutzes gegenüber Behörden zu vertreten.

Link zum Tierschutzgesetz

Wird fortgesetzt!

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