• Rasse: Deutscher Schäfer
  • Geschlecht: weiblich, unkastriert
  • Gesundheit: Keine Probleme
  • Herkunft: österreichischer Züchter
  • Zuhause: Haus mit Garten, Großfamilie und Katzen
  • Alter bei Trainingsbeginn: ca. 3 Jahre
  • Problem: Leinenaggression, Sozialverhalten

Aufgabe:

Lady war eine junge Schäferdame, die ihrer Familie einige Probleme machte. Beim Spazierengehen zog sie ununterbrochen an der Leine, reagierte heftig auf andere Menschen, Radfahrer und vor allem auf Hunde. Im Vorgarten verbellte sie ebenfalls alles was sich am Haus vorbei bewegte, auch hat es im Eingangsbereich bereits einen Bissvorfall mit einer Nachbarin gegeben. Wie sich herausstellte, war Ladys Besitzer vor kurzem verstorben, zuvor hatte er sie „streng“, das heißt mit aversiven Methoden erzogen. Auch hatte Lady keinerlei Kontakt zu anderen Hunden, mit Ausnahme eines Nachbarhundes der 2 Häuser weiter wohnte. Die Witwe des Verstorbenen, eine ältere Dame, wünschte sich, dass Lady im Haus ruhiger wurde und sie mit ihr ohne großen Kraftaufwand spazieren gehen kann.

Training:

Beim Beratungespräch wurden 10 Trainingseinheiten vereinbart, die zuerst im HundeCollege und danach in der Umgebung stattgefunden haben. Da aufgrund der früheren Erziehung die Kommandos völlig verloren gegangen sind, wurde zunächst das Kommando „Sitz“ neu aufgebaut, um mit Lady ein alternatives Verhalten zu ihrem aufgeregten Bellen und Ziehen üben zu können. Dabei entpuppte sich Lady als schüchtern und devot und vor allem dankbar für jede Zuwendung. Der Besitzerin wurde zudem gezeigt, dass Strenge und Aufgeregtheit überhaupt nichts bringt, sondern vielmehr liebevolle Zuwendung, beruhigende Worte, Streicheleinheiten und ein wenig Knowhow der Schlüssel zum Erfolg sind.

Aufgrund des sanften Wesens blieb der Bissvorfall unerklärlich, auch Gespräche mit der gebissenen Nachbarin brachten keine Erkenntnisse. Vermutlich hat sie aus Angst zugebissen, nachdem sie sich bedrängt gefühlt hat. Wir konnten nur der Besitzerin zu erklären, wie Gäste richtig zu empfangen sind, um weitere derartige Vorfälle zu vermeiden.

Um zumindest eine gewisse Leinenführigkeit herzustellen, lernte die Besitzerin Lady körperbetont zu führen. Das Ergebnis war nicht perfekt aber doch eine deutliche Erleichterung beim Spaziergang. Auch nahm die Erregtheit beim Anblick von Menschen und Radfahrern deutlich ab, es war sogar möglich mit Anrainern und Passanten ein entspanntes Gespräch zu führen. Wirklich entspannen konnte sich Lady nur, wenn wir sie, auf bekanntem Terrain, an einer 10m Leine führten.

Erfolglos blieben die Versuche, Lady mit anderen Hunden bekannt zu machen. Sie hatte es offensichtlich nie gelernt anderen Hunden freundlich zu begegnen und war mit keinen Mitteln von ihrem aufgeregten Bellen abzubringen.

Prognose:

Die Prognose ist durchwachsen. Die fehlende Sozialisation auf Hunde scheint einen bleiben Schaden zurück gelassen zu haben, der normale Sozialkontakte mit Hunden praktisch unmöglich macht. Anders ist es bei Menschen. Menschen auch Kindern gegenüber ist sie ausgesprochen freundlich, wenn sie erst einmal Vertrauen gefasst hat. Vorsicht ist trotzdem geboten da sie schon gezeigt hat, dass sie zubeißt, wenn ihr irgendetwas Angst macht. Die Leinenführigkeit ließe sich sicher noch verbessern, erfordert aber Zeit und Geduld.

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